Eine Unterrichtsstunde zum Thema Kinderrechte
Am 20. November ist Weltkindertag und gleichzeitig Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention.
Kinder sollen an diesem Tag die Rechte der Kinder verstehen lernen und diese durch diverse Aktivitäten erleben. Es ist ein Tag der Spaß machen soll, aber mit einer ernsten Botschaft.
Diese Aktivitäten für den Schulunterricht sind so konzipiert, dass Sie sie für Ihren Bedarf anpassen können.
1. Einführung (2 Minuten)
“Was ist heute für ein Datum? (20. November) Warum ist der heutige Tag besonders? Hat heute jemand Geburtstag? Warum sonst könnte heute ein besonderer Tag sein? Heute ist Weltkindertag! Aber was bedeutet das? Lasst uns das herausfinden…“
2. Aktivität – „Was brauchen Kinder?“ (10-20 Minuten)
“Was brauchen Kinder, um aufzuwachsen und sich zur bestmöglichen Person zu entwickeln?“ Kinder drücken ihre Ideen aus, wie „Liebe“, „Sicherheit“, „Bildung“, „Freunde“, „Nahrung“, ….
Mögliche Methoden:
- Kinder zeichnen die Umrisse eines Kindes, einzeln oder in Gruppen und schreiben oder zeichnen die Bedürfnisse innerhalb oder außerhalb dieser Figur.
- Kinder zeichnen gegenseitig die Kontur eines anderen Kindes auf einem großen Blatt Papier ab oder draußen mit Straßenkreide.
- Kinder machen Collagen von Kindern und ihren Bedürfnissen, indem sie Bilder aus alten Zeitschriften und Werbungen ausschneiden.
3. Aktivität – „Was ist der Unterschied zwischen menschlichen Bedürfnissen und Menschen-Rechten?“ (10 Minuten)
- „Ihr habt eine Menge an Dingen aufgeschrieben, die Kinder brauchen, um möglichst gut aufzuwachsen. Manche von diesen menschlichen Bedürfnissen sind …. [einige Beispiele laut vorlesen].
Bedürfnisse sind sehr wichtig, aber was ist mit Menschen-Rechten? Habt ihr schon von „Menschenrechten“ gehört? Was ist das? Was ist der Unterschied zwischen menschlichen Bedürfnissen und menschlichen Rechten? Ermutigen Sie Feedback und Ideen und schließen Sie mit einer Illustration ab, wo ein Freiwilliger ein Glas Wasser hält. - „Ich bin durstig, ich brauche ein Glas Wasser!“ [Freiwilliger gibt Ihnen ein Glas Wasser]. „Danke, das ist so nett von dir. Ich bin echt dankbar. Jetzt stell dir vor, es ist ein neuer Tag und ich habe immer noch Durst. Ich brauche immer noch ein Glas Wasser!“ [Dem Freiwilligen zuflüstern, Ihnen das Wasser nicht zu geben]. [Zur Klasse:] „Wer hat hier die Macht? Wie denkt ihr, dass ich mich jetzt fühle? Was denkt ihr, wie er/sie sich fühlt? Ist das fair?“ Ermutigen Sie Feedback und fassen Sie dann zusammen: Sie/Er hat all die Macht. Ich habe keine Macht. Ich fühle mich abhängig/ nicht sicher/ nicht respektiert/ als hätte ich keine Würde. Sie/Er könnte mir an einem Tag das Wasser geben und an einem anderen Tag behält er/sie es für sich oder gibt es jemand anderem, der netter ist oder lauter schreit.
- Ok, machen wir das Ganze noch einmal: „Ich habe Durst. Ich habe das Recht auf ein Glas Wasser. Was ist jetzt anders?“ Ermutigen Sie Feedback und fassen Sie dann zusammen:
Mit Rechten hat die Regierung versprochen, dass sie eingehalten werden. Das ist das Gesetz. Die Regierung muss mir Wasser geben und ich kann Wasser einfordern oder nach Wasser fragen, wenn ich keines bekomme. Wir haben also beide die Macht darüber. Wir beide brauchen Unterstützung, um unsere Rollen zu verstehen. Ich fühle mich respektierter und wertgeschätzter. Es ist gerechter.
Menschenrechte sind grundlegende menschliche Bedürfnisse, die zu einem Gesetz gemacht wurden. Rechte sind also stärker als Bedürfnisse. Sie sind beständiger, gerechter und würdevoll. Alle Menschen haben Menschenrechte, einfach weil sie Menschen sind. Es ist egal, wie alt du bist, welche Hautfarbe du hast, welches Geschlecht, welche Nationalität, Religion oder sonst irgendetwas anderes. Wir sind alle Menschen und haben alle Menschenrechte. Das bedeutet, wir müssen unsere Rechte verstehen und die des anderen respektieren. Kinder (alle unter 18 Jahren) sind in einer besonderen Phase ihrer Entwicklung. Deswegen haben sie ganz spezielle Menschenrechte – sie werden Kinderrechte genannt.
4. Aktivität – „Die Kinderrechte kennenlernen“ (15-30 Minuten)
Die Kinder mit den Inhalten der Kinderrechtskonvention vertraut machen.
Mögliche Methoden:
- „Bedürfnisse“ und „Rechte“ einander zuordnen: Drucken Sie ein Karten-Set der Kinderrechtskonvention in kinderfreundlicher Sprache aus (PDF Dokument: UNICEF Kinderrechte-Karten) und schneiden Sie diese aus. Verteilen Sie die Karten aufgedeckt auf dem Boden und bringen Sie die Kinder dazu, die „Rechte“ den „Bedürfnissen“ zuzuordnen, die sie in der vorherigen „Was brauchen Kinder?“ Aktivität identifiziert haben. Gibt es irgendwelche „Bedürfnisse“, die kein dazugehöriges „Recht“ haben? (z.B. es gibt kein „Recht geliebt zu werden“, kein „Recht Freunde zu haben“, weil diese Dinge nicht per Gesetz durchgesetzt werden können, obwohl die Konvention in ihrer Präambel von der Wichtigkeit von „Glück, Liebe und Verständnis“ spricht.)
- Alle Rechte für alle Kinder: Jedes Kind wählt eine der Kinderrechte-Karten aus und erklärt in Gruppen, warum dieser Artikel für sich selbst oder Kinder in anderen Ländern wichtig ist. Das kann zu Diskussionen darüber ausgeweitet werden, dass alle Kinder auf der ganzen Welt die gleichen Rechte haben, aber manche Kinder es schwieriger haben als andere, zu diesen Rechten Zugang zu haben und sie zu genießen. Nennen Sie dazu Beispiele aus Ihrem eigenen Land und andern Ländern. Wie können wir allen Kindern helfen, alle ihre Rechte in Anspruch zu nehmen?
- Memory Spiel: Drucken Sie ein zweites Set der Kinderrechte-Karten aus und spielen Sie in kleinen Gruppen ein Memory-Spiel mit einer Auswahl der Artikel. Wählen Sie z.B. 5-10 Artikel aus, legen Sie zwei Karten davon verdeckt auf und vermischen Sie diese. Kinder kommen abwechselnd dran und decken zwei Karten auf, um Paare zu finden.
- Kinderrechte-Emojis: Kinder gestalten Emojis, die unterschiedliche Kinderrechte darstellen sollen.
- Vertiefung oder Projektaktivität: als Hausübung müssen die Kinder eines der Kinderrechte recherchieren und wie bzw. ob dieses in ihrem eigenen Land und in anderen Ländern respektiert wird oder nicht. Ermutigen Sie sie sowohl positive als auch negative Beispiele in beiden Kontexten zu berücksichtigen. Kinder illustrieren ihr Recht und präsentieren es der Klasse, einzeln oder in Gruppen.
- Video-Projekt „Die Kinderrechte in meinem Leben“: Die Kinder machen sich Gedanken, wie sie selbst im Alltag von der Einhaltung der Kinderrechte profitieren und was dies für sie bedeutet. Sie können beispielsweise verschiedene Bereiche aus ihrem Leben auswählen, diese in kurzen Sequenzen mit ihrem Handy filmen und erklären, welche Kinderrechte sie dort erleben.
5. Stark zusammen – „Was kann jedes einzelne Kind bewirken“ (5-10 Minuten)
Achtung diese Aktivität soll und kann LAUT werden und dient dazu den Kindern zu zeigen, dass sie gemeinsam etwas bewirken können und neue Wege finden können um ihre Meinungen auszudrücken.
Ermutigen sie ein Kind aufzustehen und zu sagen „Ich möchte die Welt verändern aber ich bin nur ein Kind. Was kann ich tun?“. Das Kind bleibt stehen und die Person neben ihm steht auf und beide zusammen wiederholen „Ich möchte die Welt verändern aber ich bin nur ein Kind. Was kann ich tun?“. Ein drittes Kind steht auf und stimmt ein, bis jedes Kind im Klassenzimmer steht und alle gemeinsam sprechen (rufen).
Schnell werden alle merken, wie viel Kraft ihre Stimmen gemeinsam haben und dass man nie alleine dasteht wenn man sich für etwas einsetzt, das richtig ist!
Lassen Sie die Schüler sich wieder hinsetzten und fragen Sie, ob sich jemand erinnern kann welcher Artikel in der Konvention sich auf das Recht der Kinder gehört zu werden bezieht? (Antwort: Artikel 12)
Vermitteln Sie den Kindern, dass es viele verschiedene Möglichkeiten gibt sich einzusetzen und gehört zu werden. Nicht jeder möchte und will sich auf gleiche Weise einsetzen und so kann jeder seine persönlichen Fähigkeiten und Stärken nutzen.
6. Aktionen – „Werde aktiv für Kinderrechte, lokal oder global“ (15-30 Minuten)
„Am Weltkindertag kommen Kinder auf der ganzen Welt zusammen, um sich für Kinderleben einzusetzen, für ihre Rechte zu kämpfen, und ihnen zu helfen, ihr volles Potential zu erreichen.
Der Weltkindertag ist ein Aufruf zum Handeln von Kindern an Kinder – um eine bessere Zukunft für jedes Kind einzufordern. Was können wir also tun, um zu helfen?“ Kinder identifizieren Aktionen, mit denen sie im lokalen, nationalen und/oder internationalen Kontext Kinderrechte fördern können. Mögliche Methoden:
- Die Kinder suchen sich ein bestimmtes Recht aus und erarbeiten eine eigene Aktion aus, um dieses Recht bekanntzumachen. Führen Sie diese über die nächsten Tage/Wochen durch.Die Kinder können auch ausarbeiten, welche Rechte in ihrer Schule oder örtlichen Gemeinde eingehalten werden und welche nicht. Eigene Aktionen können ausgeführt werden um Veränderungen zu fordern und um die Lücken zu beseitigen. Die besten/originellsten Aktionen werden von UNICEF ausgezeichnet. Weitere Infos hier.
- Die Kinder setzen ein Zeichen und bilden eine Menschenkette.
- Findet ein UNICEF Projekt, das ihr mit einer Spendenaktion unterstützen könnt.
